Aufstellung in Projekten – eine unterstützende Methode im Projektmanagement

Zielsetzung

Projekte zeichnen sich aus durch Einmaligkeit, Neuartigkeit, Komplexität, Zielvorgabe und zeitliche Determination. Nach einer Studie der TU München gaben international agierende deutsche Unternehmen an, dass nur 43% aller Projekte gelingen. Viele Projekte stocken oder scheitern komplett – die Gründe dafür sind vielfältig und liegen in der Regel in den menschlichen Beziehungen der Projektteams oder in einem mangelnden Umgang mit den vorhandenen Ressourcen und Potenzialen.

Projekte zu leiten ist eine komplexe Führungsaufgabe. In manchen schwierigen Situationen helfen die bekannten Mittel des Projektmanagements nicht mehr weiter. Neue und innovative Interventionsmöglichkeiten sind erforderlich, um wieder Motivation in das Projektteam zu bringen und das Projekt zu einem Erfolg zu führen. Es werden drei Problemlösungsebenen im Projektmanagement unterschieden:

  1. Probleme auf der Sach- und Erfahrungsebene können mit den klassischen Tools und Projektmanagement-Techniken bearbeitet werden.
  2. Die zweite Ebene behandelt emotionale Probleme. Mögliche Methoden zur Lösung sind gelebtes Konfliktmanagement und eine Verbesserung der sozialen Kompetenzen.
  3. Auf der dritten Ebene werden systemische Probleme eingeordnet, deren Ursache in einer Dynamik verschiedener Personen, Organisationen und Umwelten liegen. Typische Beispiele hierfür sind offene oder verdeckte Widerstände, die schwer zu thematisieren sind sowie fehlende Motivation und Abneigung.

Die Methode der systemischen Strukturaufstellungen beruht auf der theoretischen Arbeit von Prof. Varga von Kibed und Insa Sparrer sowie dem sozialem Panorama von Prof. Lukas Derks. Sie ist ein wahrer methodischer Quantensprung, um Probleme der systemischen Ebene zu bearbeiten und zu kreativen, bisher für unmöglich gehaltenen Lösungen zu kommen.

Teilnehmerkreis

Personen, die eine neue Methode zur Unterstützung im Projektmanagement kennen lernen möchten

Grundlagenkenntnisse im Projektmanagement werden vorausgesetzt.

Methode

Vorträge, Diskussionen, Einzel- und Gruppenarbeiten, Übungen an Fallstudien und Praxisfällen, Plenumspräsentation und Diskussion

Seminar-Inhalte

Grundlagen der systemischen Arbeitsweise zur Projektaufstellung

  • Verständnis eines Projekts als System
  • Die „Sprache“ der Aufstellung
  • Repräsentierende Wahrnehmung
  • Aufstellungs-Prozedere

Die Projektaufstellung als

  • Analyseinstrument
  • Lösungsgenerator
  • Umsetzungsinstrument
  • Methode der Simulation von Maßnahmen und deren Ergebnissen
  • Methode zur Konfliktbewältigung

Spezifische Arten der Projektaufstellung

  • Für den Projektstart (Ist- / Soll- / Ziel-Aufstellung) zur Evaluierung der Zielkohärenz und gemeinsamen Ausrichtung
  • Für die Projektplanung (Projekt-, Organisations-, Projektstruktur- und Team-Aufstellung, Simulation des Projektablaufs)
  • Für die Realisierung zur Zwischenevaluierung
  • Für den Projektabschluss zur (Miss-)Erfolgsanalyse
  • Für eine Projektkrise oder Projektdiskontinuität zur Erkennung des expliziten oder impliziten Problems

Möglichkeiten für den Transfer in den Alltag

Dauer

3 Tage

Trainer

Gerhard Wirnsberger